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Die 10 beeindruckendsten Gletscher der Alaska Range

Die Alaska Range ist eine der glaziologisch reichhaltigsten Gebirgsregionen der Erde. Das Bogen dieser Bergkette, der sich von der Alaskapenhalbinsel bis zur kanadischen Grenze erstreckt, fängt ozeanische Niederschläge aus dem Pazifik ab und wandelt sie in gewaltige Eismassen um. Auf der Gletscherkarte ist die Dichte der Gletscher in dieser Region sofort erkennbar — kein anderes Gebirge der kontinentalen Vereinigten Staaten und Kanadas weist so viele große Talgletscher auf. Hier sind zehn der bemerkenswertesten.

1. Kahiltna-Gletscher, Denali-Massiv

Der Kahiltna-Gletscher ist der längste Gletscher der Alaska Range und gleichzeitig der Aufstiegskorridor für die meisten Besteigungsversuche am Denali (6.190 m), dem höchsten Berg Nordamerikas. Der Gletscher erstreckt sich von den Hochlagen des Denali-Massivs über rund 70 Kilometer in das Vorland. Die Südwestroute auf den Denali beginnt auf dem Südkahiltna-Gletscher auf etwa 2.200 Metern Höhe und ist nur per Buschflugzeug erreichbar. Im Mai und Juni sind Hunderte Bergsteiger gleichzeitig auf dem Gletscher.

2. Ruth-Gletscher, Denali-Nationalpark

Der Ruth-Gletscher ist weniger bekannt als der Kahiltna, aber aus glaziologischer Sicht mindestens ebenso beeindruckend. Er fließt durch die Ruth Gorge — eine Felsschlucht mit senkrechten Granitwänden, die bis zu 1.800 Meter über dem Eis aufragen. Die Eismächtigkeit im Ruth-Amphitheater, einem breiten Gletscherbecken, wurde per Radar auf über 900 Meter bestimmt. Skibergsteiger und Kletterexpedierungen nutzen den Gletscher als Zugang zu den berühmten Felsrouten der Ruth Gorge.

3. Tokositna-Gletscher, Denali-Nationalpark

Südlich des Kahiltna und in der Nähe des Denali's südlicher Flanke fließt der Tokositna-Gletscher, ein großer Talgletscher mit ausgeprägten Mittelmoränen. Das Gebiet ist in der Bevölkerung wenig bekannt, wird aber von Glaziologen und Buschpiloten als eine der wildesten unberührten Eislandschaften Alaskas beschrieben. Der Gletscher ist mit keiner Bergsteigerroute erschlossen und deshalb eines der ruhigsten großen Gletschergebiete der Alaska Range.

4. Eldridge-Gletscher, südliche Alaska Range

Der Eldridge-Gletscher ist bekannt für seine dramatisch zerklüftete Oberfläche und die leuchtend blauen Spalten, die im späten Frühjahr durch die Schneeschicht brechen. Er liegt im Süden der Alaska Range und wird von einem Netz von Zuflüssen gespeist, die sich auf dem Haupttalboden vereinen. Das Gletschervorfeld des Eldridge ist durch Schotterebenen und Brachgestein geprägt, die einen scharfen Kontrast zur umliegenden borealen Waldlandschaft bilden.

5. Pika-Gletscher, nördlich des Denali-Massivs

Der Pika-Gletscher liegt auf der nördlichen Seite der Alaska Range und wird von Forschern genutzt, die die Massenbilanzen von Alaskas Gletschern im Langzeitvergleich untersuchen. Im Gegensatz zu vielen südseitigen Gletschern der Alaska Range hat der Pika-Gletscher eine vergleichsweise wenig touristisch erschlossene Umgebung und ist hauptsächlich per Kleinflugzeug oder langen Wanderungen zugänglich.

6. Foraker-Gletscher, Denali-Nationalpark

Der Foraker-Gletscher liegt im Einzugsgebiet des Mount Foraker (5.304 m), des zweithöchsten Gipfels der Alaska Range. Die Routen auf den Foraker führen durch diesen Gletscher, der für seine ausgeprägte Seraczonen und schwierige Spaltenfelder bekannt ist. Aufgrund der Abgeschiedenheit des Foraker ist dieser Gletscher selbst unter Alaskabergsteigern nur wenigen bekannt.

7. Yentna-Gletscher, westliche Alaska Range

Der Yentna-Gletscher ist einer der breiteren Talgletscher im westlichen Teil der Alaska Range. Er ist für seine ausgeprägte Medialmoränen bekannt — dunkle Bänder aus Gesteinsmaterial, die entstehen, wenn zwei Eisströme zusammenfließen und ihre Seitenmoränen zu einer Mittelmoräne vereinen. Aus der Luft sieht die Oberfläche des Yentna aus wie ein Marmorkuchen aus Eis und Gestein.

8. Tokichitna-Gletscher, Alaska Range Westflanke

Der Tokichitna-Gletscher liegt in einer relativ niedrig gelegenen Zone der Alaska Range und ist von Buschlaubbäumen in der Umgebung des Gletschervorfelds umgeben — ein ungewöhnlicher Anblick für einen großen Gletscher in einem ansonsten alpinen Kontext. Diese Randlage macht ihn glaziologisch interessant als eines der sensibelsten Klimaindikator-Systeme der Region.

9. Canwell-Gletscher, östliche Alaska Range

In der östlichen Alaska Range, nahe der Grenze zum Yukon, liegt der Canwell-Gletscher — ein mittelgroßer Talgletscher mit dokumentierter Surge-Geschichte. Surge-Gletscher sind in der Alaska Range keine Seltenheit; die Kombination aus temperiertem Gletschereis und dem spezifischen subglazialen Drainagesystem macht viele dieser Gletscher anfällig für periodische Beschleunigungsphasen. Der Canwell surgete im späten 20. Jahrhundert mehrfach.

10. Black Rapids-Gletscher, östliche Alaska Range

Der Black Rapids-Gletscher ist historisch berühmt für seinen Surge im Winter 1936/37, als er sich mit so hoher Geschwindigkeit auf den Alaska Highway zubewegte, dass er in der amerikanischen Presse als "Gallopping Glacier" bezeichnet wurde. Er kam schließlich wenige Kilometer vor dem Straßenabschnitt zum Stillstand. Seither hat der Gletscher mehrere kleinere Surge-Episoden erlebt und wird von Glaziologen der University of Alaska Fairbanks regelmäßig überwacht. Er ist einer der am besten erforschten Surge-Gletscher der Welt.